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Warum Lachen in meinen Yogastunden kein Zufall ist

Über die erstaunliche Verbindung zwischen Freude, Bewegung und einem regulierten Nervensystem.

Ich liebe es, wenn in meinen Yogastunden gelacht wird.
Nicht dieses höfliche kleine Lächeln, das man manchmal aufsetzt, wenn man eigentlich gerade versucht, besonders konzentriert und entspannt auszusehen.
Ich meine richtiges Lachen. Dieses Lachen, das plötzlich aus einem herauskommt, weil irgendetwas gerade einfach lustig ist. Weil eine Übung anders aussieht als gedacht. Weil jemand das Gleichgewicht verliert und darüber selbst lachen muss. Oder weil wir für einen Moment vergessen haben, dass Yoga ja angeblich eine ziemlich ernste Angelegenheit sein soll.
Genau deshalb ist mir die Freude in meinen Yogastunden so wichtig.
Yoga bedeutet für mich nicht, möglichst perfekt eine Position einzunehmen oder besonders diszipliniert auf der Matte zu stehen. Es geht für mich darum, den eigenen Körper zu spüren, in Bewegung zu kommen und dabei vielleicht auch ein Stück weit loszulassen.
Und ja – dazu darf unbedingt gelacht werden.

Was Lachen mit unserem Körper macht

Yoga ist für mich in erster Linie Bewegung.
Nicht, um leistungsfähiger zu werden. Nicht, um besonders beweglich zu sein. Sondern um wieder mit dem eigenen Körper in Kontakt zu kommen.
Wenn wir uns regelmäßig bewegen, bewusst atmen und unseren Körper wahrnehmen, verändert sich oft ganz von selbst auch etwas in unserem Inneren. Der Atem wird ruhiger. Die Gedanken werden leiser. Das Nervensystem beginnt, sich zu regulieren.
Jeder Mensch braucht dafür unterschiedlich viel Zeit.
Manche kommen nach wenigen Minuten bei sich an. Andere brauchen mehrere Stunden oder Wochen. Beides ist völlig in Ordnung.
Deshalb gibt es bei mir kein „Du musst“. Jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte mit – und sein ganz eigenes Tempo.

Warum Freude und Lachen für mich Teil der Yogastunde sind

Dass Lachen guttut, ist kein besonders überraschender Gedanke. Aber tatsächlich steckt dahinter mehr, als wir vielleicht denken.
Wenn wir lachen, verändert sich etwas in unserem Körper. Wir atmen anders, unsere Muskulatur bewegt sich, wir lassen Spannung los und unser gesamtes Erleben kann sich für einen Moment verändern. Auch neurobiologisch passiert dabei einiges: Lachen und Freude können unter anderem die Ausschüttung von Serotonin beeinflussen, das wiederum eine Rolle bei Stimmung und Schmerzempfinden spielt.
Für mich ist besonders spannend, dass Freude und Bewegung sich dabei gegenseitig verstärken können.
Bewegung, die wir mit einem positiven Gefühl verbinden, kann unserem Körper Sicherheit vermitteln und Entspannung begünstigen. Genau deshalb lege ich in meinen Yogastunden so viel Wert darauf, dass wir nicht nur konzentriert üben, sondern auch Freude an dem haben, was wir tun. Denn unser Nervensystem unterscheidet nicht zwischen einer perfekt ausgeführten Yogaeinheit und einer Bewegung, bei der wir zwischendurch lachen mussten.
Vielleicht ist sogar genau dieses Lachen manchmal der Moment, in dem wir ein bisschen mehr loslassen.

Yoga muss nicht immer ernst sein

Ich glaube, wir machen es uns manchmal unnötig schwer.
Gerade beim Thema Yoga entstehen schnell bestimmte Vorstellungen: Man muss ruhig sein. Man muss beweglich sein. Man muss seinen Körper im Griff haben. Und natürlich sollte man möglichst elegant aussehen, während man sich in irgendeiner komplizierten Position verrenkt.
Ich sehe das anders.
Yoga darf leicht sein. Es darf Spaß machen. Du darfst dich ausprobieren und dabei feststellen, dass dein Körper heute vielleicht etwas anderes möchte als gestern. Du darfst wackeln, dich verhaspeln und auch einmal über dich selbst lachen.
Denn genau darum geht es für mich: nicht darum, auf der Matte eine perfekte Version von sich selbst zu präsentieren, sondern darum, wieder ein Stück näher bei sich anzukommen.
Und manchmal gelingt das ausgerechnet dann besonders gut, wenn wir aufhören, alles richtig machen zu wollen.

Gemeinsam lachen verbindet

Was ich außerdem immer wieder erlebe, ist die besondere Atmosphäre, die entsteht, wenn Menschen gemeinsam lachen.
Plötzlich spielt es keine so große Rolle mehr, wer besonders beweglich ist oder wer schon seit Jahren Yoga macht. Für einen Moment sind wir einfach Menschen, die gemeinsam auf einer Matte stehen, atmen, sich bewegen und Spaß haben.
Gerade diese Gemeinschaft ist für mich etwas ganz Besonderes.
Ich halte meine Gruppen deshalb bewusst klein. So entsteht ein geschützter und persönlicher Rahmen, in dem jede und jeder mit dem eigenen Körper und den eigenen Bedürfnissen gesehen werden kann.
Und wenn dann zwischendurch jemand lachen muss, weil eine Übung gerade ganz anders läuft als geplant, finde ich das nicht störend.
Im Gegenteil.
Dann denke ich: Genau so darf Yoga sein.

Freude ist für mich Teil von Gesundheit

Vielleicht ist das auch etwas, das ich durch meine eigene Geschichte immer wieder neu gelernt habe: Gesundheit bedeutet für mich nicht nur, dass wir funktionieren und möglichst lange leistungsfähig bleiben.
Gesundheit darf sich auch nach Leben anfühlen.
Nach Bewegung. Nach Leichtigkeit. Nach einem tiefen Atemzug. Nach dem Gefühl, wieder mehr im eigenen Körper angekommen zu sein.
Deshalb gehört die Freude für mich genauso zu meiner Arbeit wie mein medizinisches Wissen und mein Blick auf das Nervensystem. Ich möchte Menschen nicht nur dabei unterstützen, zur Ruhe zu kommen. Ich möchte ihnen auch wieder Lust auf Bewegung und auf ihren eigenen Körper machen.
Denn manchmal braucht es gar nicht so viel.
Eine Matte. Ein bisschen Bewegung. Menschen, mit denen man sich wohlfühlt.
Und vielleicht ein herzhaftes Lachen.

Du musst nicht perfekt sein

Egal, ob du schon lange Yoga machst oder noch nie auf einer Matte gestanden hast. Egal, ob du beweglich bist, steif, erschöpft oder einfach neugierig.
Komm genau so, wie du bist. Und wenn wir zwischendurch gemeinsam lachen, umso besser. 🤍
Wenn du Lust hast, Yoga einmal ganz ohne Leistungsdruck zu erleben, dann bist du bei mir willkommen.

Über die Autorin

Beate Pippig ist Ärztin, Yogalehrerin und angehende SE-Practitionerin. In ihrer Arbeit verbindet sie medizinisches Wissen mit Yoga und traumasensibler Begleitung – mit viel Freude an Bewegung, Leichtigkeit und echter, herzlicher Begegnung.
Beate Pippig
Ärztin, Yogalehrerin und angehende SE-Practionerin

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