Hochsensibel und Reizüberflutung - Blog-Header

Wenn dir die Welt manchmal einfach zu laut wird

Über Hochsensibilität, Reizüberflutung und das Bedürfnis nach Ruhe.

Kennst du das Gefühl, dass dir manchmal einfach alles zu viel wird?
Zu viele Menschen, zu viele Geräusche, zu viele Eindrücke. Vielleicht bist du nach einem ganz normalen Tag völlig erschöpft, obwohl eigentlich gar nichts Besonderes passiert ist. Vielleicht brauchst du nach einem Treffen mit anderen erst einmal Zeit für dich, weil dein Kopf und dein Körper die vielen Eindrücke noch sortieren müssen.
Und vielleicht kennst du auch dieses Gefühl, irgendwie anders zu sein.
Schon als Kind habe ich mich selbst nicht immer ganz zugehörig gefühlt. Ich war eher das hibbelige Duracell-Häschen, hatte unglaublich viel Energie und gleichzeitig oft das Gefühl, nicht so richtig in die Welt hineinzupassen. Erst viel später habe ich begonnen, besser zu verstehen, was hinter manchen dieser Erfahrungen stecken kann.
Heute weiß ich: Menschen nehmen ihre Umwelt ganz unterschiedlich wahr. Manche können viele Eindrücke gleichzeitig aufnehmen und einfach weitermachen. Andere nehmen ihre Umgebung sehr fein und intensiv wahr. Geräusche, Stimmungen, die Atmosphäre in einem Raum oder die Emotionen anderer Menschen können dann wesentlich stärker ankommen.
Das kann eine große Stärke sein.
Aber es kann auch anstrengend werden.

 

Wenn das Außen einfach zu viel wird

Hochsensibilität bedeutet nicht, dass mit dir etwas nicht stimmt. Und sie bedeutet auch nicht automatisch, dass du dich von der Welt zurückziehen musst. Aber vielleicht brauchst du andere Bedingungen, damit dein System sich wohlfühlt.
Wenn du die Welt sehr ungefiltert wahrnimmst, kann ein voller Alltag irgendwann einfach zu viel werden. Arbeit, Familie, Termine, Menschen, Nachrichten, Geräusche und die vielen kleinen Anforderungen, die ständig auf uns einprasseln – all das kommt zusammen.
Und während du nach außen vielleicht noch ganz wunderbar funktionierst, sieht es in deinem Inneren ganz anders aus.
Vielleicht bist du erschöpft. Vielleicht gereizt. Vielleicht möchtest du einfach nur deine Ruhe haben und niemanden mehr sehen. Vielleicht merkst du aber auch gar nicht sofort, dass dein Körper längst eine Pause bräuchte.
Gerade Menschen, die im Alltag viel leisten und nach außen scheinbar alles im Griff haben, bemerken ihre eigenen Grenzen manchmal erst sehr spät. Sie funktionieren weiter, erledigen ihre Aufgaben und kümmern sich um andere – bis der Körper irgendwann die Reißleine zieht.

Ruhe ist kein Luxus

Wir leben in einer Welt, in der ständig etwas passiert. Unser Handy liegt neben uns, Nachrichten kommen herein, Termine warten, irgendwo läuft Musik und gleichzeitig sollen wir natürlich noch produktiv, aufmerksam und gut gelaunt sein.
Kein Wunder, dass sich viele Menschen nach Ruhe sehnen.
Für mich ist Ruhe deshalb nicht einfach das Gegenteil von Aktion. Ruhe bedeutet auch, wieder bei sich selbst anzukommen. Den eigenen Körper wahrzunehmen und herauszufinden: Was brauche ich gerade eigentlich?
Manchmal ist es Bewegung. Manchmal ist es Rückzug. Manchmal ein Spaziergang im Wald. Manchmal ein paar bewusste Atemzüge. Und manchmal einfach ein Raum, in dem für einen Moment nichts von dir erwartet wird.
Genau dieser Gedanke war auch ein wichtiger Teil meiner eigenen Vision für body.mind&soul: einen Ort zu schaffen, an dem Pausen möglich sind. Pausen ohne Müssen und Wollen. In Ruhe oder in Bewegung.
Einen sicheren Raum, in dem Körper, Geist und Seele zur Ruhe kommen und wieder mit uns selbst in Verbindung kommen dürfen.

Du musst nicht weniger fühlen

Vielleicht hast du irgendwann gelernt, dich selbst als „zu empfindlich“ zu bezeichnen.
Zu sensibel.
Zu emotional.
Zu schnell überfordert.
Ich glaube nicht, dass es darum geht, weniger zu fühlen.
Viel wichtiger finde ich die Frage, wie du mit all dem umgehen kannst, was du wahrnimmst.
Denn deine Feinfühligkeit kann auch eine ganz besondere Fähigkeit sein. Du nimmst Nuancen wahr, spürst Stimmungen und hast vielleicht einen sehr feinen Zugang zu Menschen und deiner Umgebung. Gleichzeitig darfst du lernen, deine eigenen Grenzen genauso ernst zu nehmen wie die Bedürfnisse der Menschen um dich herum.
Das bedeutet manchmal auch, Nein zu sagen. Einen Termin abzusagen. Dich zurückzuziehen. Nicht überall dabei zu sein. Oder dir bewusst einen Moment zu nehmen, bevor dein Körper dich dazu zwingt.
Das ist kein Versagen.
Es ist Selbstfürsorge.

Wenn dein Körper nach einer Pause ruft

Vielleicht musst du auch gar nicht herausfinden, ob du „wirklich hochsensibel“ bist.
Vielleicht reicht zunächst die Erkenntnis, dass dein Körper gerade mehr Ruhe braucht.
Dass du nicht ständig funktionieren möchtest. Dass dein Nervensystem nicht permanent auf Empfang sein soll. Dass du dich nach einem Ort sehnst, an dem du einfach sein darfst – mit allem, was gerade da ist.
Genau hier setzt meine Arbeit an. Ich möchte dich nicht in eine bestimmte Schublade stecken und dir auch nicht vorgeben, wie du sein solltest. Wir schauen gemeinsam, was sich für dich stimmig anfühlt und wozu dein Nervensystem gerade bereit ist. 
Denn vielleicht brauchst du nicht noch eine weitere Methode, die du in deinen ohnehin schon vollen Alltag integrieren musst.
Vielleicht brauchst du einfach einen Raum, in dem du einmal nichts leisten musst.
Einen Raum zum Ankommen.
Zum Spüren.
Und vielleicht auch zum Weichwerden.

Komm genau so, wie du bist

Du musst nicht erst entspannter, weniger sensibel oder „belastbarer“ werden, bevor du dir Unterstützung erlaubst.
Du darfst genau so da sein, wie du gerade bist. 🤍
Du darfst erschöpft kommen. Hibbelig. Überfordert. Neugierig. Oder alles zusammen.

Über die Autorin

Beate Pippig ist Ärztin, Yogalehrerin und angehende SE-Practitionerin. In ihrer Arbeit verbindet sie medizinisches Wissen mit Yoga und traumasensibler Begleitung und schafft Räume, in denen Menschen zur Ruhe kommen, ihren Körper wieder spüren und Vertrauen in sich selbst entwickeln können.
Beate Pippig
Ärztin, Yogalehrerin und angehende SE-Practionerin

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